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Die letzen Walkerbrunner Pfarrer |
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Die letzten Walkersbrunner Pfarrer |
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Die beiden letzten Pfarrer in der fast 550-jährigen Geschichte unserer zwischenzeitlich leider aufgelösten Pfarrei sind im gleich hohen Alter von 94 Jahren verstorben. August Eckhardt war von 1938 bis 1948 Pfarrer unserer Kirchengemeinde, Hans-Theo Blümlein von 1949 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand im Jahr 1982 hier Pfarrstelleninhaber. Beide hatten nach der Vikariatszeit hier ihre erste Pfarrstelle angetreten, beide standen bis zum 70. Lebensjahr im Dienst der bayerischen Landeskirche.
August Eckhardt hatte noch vor seiner Einberufung zum Wehrdienst unseren Posaunenchor ins Leben gerufen. Im Krieg wurde er zweimal verwundet und geriet schließlich in russische Gefangenschaft. Zwei Jahre nach seiner Rückkehr im Juli 1946 nahm er das Angebot des damaligen und heute wegen seiner Haltung im Dritten Reich kritisierten Landesbischofs Meiser an und ging als Gefängnispfarrer in das Kriegsverbrechergefängnis der Amerikaner nach Landsberg. „An die 60“ Deutsche, die wegen ihrer Taten im Krieg oder KZ zum Tode verurteilt worden waren, hat er buchstäblich bis zu ihrer Hinrichtung seelsorgerisch begleitet. (In seinen Memoiren berechtet Eckhardt gar, dass wohl auch Unschuldige wegen unzulänglicher Prozessführung exekutiert worden wären). |
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Nachdem Eckhardt von der Gefängnisleitung nach zehn Monaten fristlos entlassen wurde, ging er als Gemeindepfarrer nach Garmisch-Partenkirchen und Grainau, wechselte dann nach Kaufbeuren, bis er schließlich noch als Krankenhausseelsorger nach München kam. Uns ist er über Jahrzehnte hinweg verbunden geblieben und kam besonders im Ruhestand noch manchesmal „zurück“. Von der einstigen Absicht, sich auf dem hiesigen Friedhof beerdigen zu lassen, ist er letztlich abgerückt. Seine Urne ist am 16. Oktober 2006 auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg beigesetzt worden.
Hans-Theo Blümlein wurde am 30. November 2006 an der Seite seiner lieben Frau auf unserem Friedhof begraben. Pfarrer Weigel ließ Leben und Wirken von Pfarrer Blümlein in seine Predigt einfließen. Gesangverein und Posaunenchor ehrten ihn mit Liedvorträgen. Die Feuerwehr Walkersbrunn nahm mit einer Abordnung am Begräbnis teil. Für die „Krieger- und Soldatenkameradschaft“ legte Bernd Rackelmann einen Kranz am offenen Grab nieder. Ein Nachruf seitens des Kirchenvorstandes weckte Erinnerungen an die 33 Jahre währende Pfarrzeit. |
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Pfarrer Blümelein stand fest auf dem Boden der Tradition und warf Überliefertes nicht leichtfertig über Bord, was für sein theologisches Handeln ebenso galt wie in den sonstigen Dingen des Lebens. Er hat stets bedächtig überlegt, seine als richtig erachtete Meinung aber auch vehement vertreten. Gottesdienste wurden bei ihm zu mancherlei Tagen abgehalten. In den Wintermonaten fanden allwöchentlich meist mehrere Bibelstunden statt. An den intensiven Präperanden- und Konfirmandenunterricht wird sich noch mancher erinnern. Den Dienst des Organisten hat Blümlein oft gleich mitversehen. Manche Wege musste er anfangs noch zu Fuß zurücklegen. Urlaub war ihm nahezu ein Fremdwort. Alle kirchlichen Gebäude wurden in der „Ära Blümlein“ nach ästhetischen Gesichtspunkten renoviert. Die Kirche bekam durch den Zwiebelturm mit freigelegtem Fachwerk ihr heutiges Aussehen und ist uns zum Wahrzeichen des Ortes geworden.
Außerhalb der Kirchengemeinde fungierte Blümlein als Dekanatspfarrer, war Vorsitzender des Kreisjugendringes und schließlich auch „Senior“ (Stellvertreter des Dekans). Engagiert hat er für die Schülerbeförderung an weiterführende Schulen im Landkreis gekämpft.
Zwar gab es zwischen den Gemeindegliedern und der „Autorität“ Blümlein unausweichlich in mancherlei Dingen auch unterschiedliche oder gar konträre Meinungen, jedoch sind ihm und nicht zuletzt auch seiner Frau Hildegard die Menschen, diese Gemeinde, unsere Kirche und Gegend im Lauf der Jahre zur festen Heimat geworden. Seinen Ruhestand hat er in München verbracht, wo er auch geboren wurde, jetzt ist er in seine Walkersbrunner Heimat zurückgekehrt. Das Grabmal mag uns nicht nur an die Pfarrleute Blümlein erinnern, sondern kann uns zugleich ein Symbol für das Ende der von 1438 bis 1982 selbstständigen Pfarrei Walkersbrunn sein.
Günther Daut |
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Launen der Natur
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