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Gibt es für Walkersbrunn bei Wasser und Abwasser Zuschüsse ?
Gräfenberg/Walkersbrunn 4. März 2005
Das Ingenieurbüro Engelhardt teilte dem Gräfenberger Stadtrat mit: die für den Ortsteil Walkersbrunn geplante „verbesserte“ Wasserversorgung – Quellsanierung- Erneuerung des Ortsnetzes und Anschluß von 6 Eigenwasserversorger an die TVA Walkersbrunn- erhöhe die der Globalabrechnung zugrundezulegenden Ausgaben um 613.500 €, sodaß das Gesamtprojekt neue Trinkwasserversorgung Gräfenberg (NTVG) mit Schlichenreuth auf insgesamt 5.266.655 € komme.
Für die Einbeziehung der TVA Walkersbrunn in die NTVG und das Hochpumpen des Walkersbrunner Überschusswassers in den neuen Kasberger Hochbehälter gibt das Wasserwirtschaftsamt Bamberg keinen Zuschuß, weil die „Verbesserung“ bestehender Trinkwasserversorgungseinrichtungen nicht zuschussfähig ist und der Neuanschluß der 6 Walkersbrunner Trinkwassereigenversorger unter der Mindestförderschwelle von 50.000€ liegt. Auch die Gräfenberger Absicht das Walkersbrunner Überschusswasser aus ökologisch-ökonomischen oder anderen Gründen der NTVG zuführen zu wollen, konnte keine Zuschusszusage bewirken.
Das Ingenieurbüro Engelhardt will die „verbesserte“ Wasserversorgung für Walkersbrunn zusammen mit dem Kanalbau für Walkersbrunn/(Kasberg ?) im Jahr 2007 ausschreiben und realisieren, wenn dafür „die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt Gräfenberg gegeben“ ist.
Ob die Stadt Gräfenberg für Walkersbrunner Kanalbau Zuschüsse bekommt, war bislang noch nicht ausreichend klar. Zwar haben die hiesigen Stadträte herausgefunden, dass das Wasserwirtschaftsamt Bamberg in den Akten der letzten 15 Jahre keinen Hinderungsgrund für eine grundsätzliche Zuschussgewährung gefunden hat, aber, was vor 1990 war, habe es nicht klären können.
Die auf Initiative der Dorfgemeinschaft Walkersbrunn e.V. veranlasste Aktenprüfung beim zuständigen Abwasserzweckverband in Igensdorf durch Herrn Wolfgang Rast ergab folgendes:
„Für die Zeit vor 1990 hat die Stadt Gräfenberg 1981 für den Bauabschnitt IV (Kanalanschluß von Sollenberg) nur 2291 von 3600 EW zur Bezuschussung gemeldet und 1987 für den Bauabschnitt VII (Kanalanschluß Guttenburg nebst anderen Teilen von Gräfenberg) ebenfalls nur 2291 von 3600 EW. Die Stadt Gräfenberg hat damit in dieser Zeit für den Ortsteil Walkersbrunn keine Zuschüsse in Anspruch genommen und dürfte daher bis zur Förderhöchstgrenze zum Zeitpunkt der Antragstellung voll bezuschußungsfähig sein.“
Zur Zeit ist noch nicht bekannt, was der für 2007 ins Auge gefasste Kanalbau in der Vorschau kosten wird und von welchen Zuschüssen man wann dafür wird ausgehen können. Die Größenordnung für diese Investition dürfte sich aber wohl sicher um die 1 Mio € bewegen.
Fazit: Die Reparatur der Walkersbrunner Quellfassung, die Verlegung eines Teiles des funktionierenden hiesigen Wassernetzes auf öffentlichen Grund und der Anschluß von 6 Eigenversorger kosten die Walkersbrunner –vermutlich noch heuer beginnend- 0,534 Mio €. Beim höchst möglichen Zuschuß für den Kanal sind ab 2007 weitere 0, 4 Mio € zur Zahlung fällig. Die damit zu erstellenden rund 100 eigentümereigenen Anschlüsse für Wasser und Kanal erfordern mindestens weitere 0,5 Mio €, sodaß für den Ortsteil Walkersbrunn -mit MSt- insgesamt 1,663 Mio € gezahlt werden müssen. Nach Abzug des gesetzlichen Selbstbehaltes der Stadt haben die knapp 100 von diesen Maßnahmen betroffen Grundstückseigentümer in Walkersbrunn voraussichtlich bis zum Jahre 2008 1,547 Mio € zu löhnen. Die durchschnittliche Belastung –ohne die Wirkungen des noch unbekannten Grundstücks- und Gebäudeflächenschlüssel- kommt also auf knapp 16 000 €/ je Grundstück, wenn dafür „ die wirtschafliche Leistungsfähigkeit der Stadt Gräfenberg gegeben“ ist .
Bei schon jetzt 8 Millionen € Schulden für 4168 Einwohner, also 1919 € Schulden je Gräfenberger, ( 476 €/EW in Igensdorf; 104 €/EW Kunreuth) , einem Schuldendienst von über 1 Mio € jährlich, bei auch in Gräfenberg rasant wegbrechenden Einnahmen und der Absicht der politischen Führung der Stadt für eine weitere gepumpte Million € „schnellstmöglich“ auch noch das Baugebiet Gräfenberg West III zu erschließen, wird ernsthaft bezweifelt, ob ein Kanalbau für Walkersbrunn unter der kommunalen Baufederführung von Gräfenberg zu irgendwelchen staatlichen Zuschüssen und vor allem rechtzeitig führen kann, was beim Wasserleitungsbau in Walkersbrunn so leider schon Wirklichkeit wurde.
Jörg-Dietrich Schmidt. |
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