|
Bericht und Meinung: Singen fürs Klinikumfernsehen- liegen wir da richtig ?
Walkersbrunn/Forchheim
Der GV Walkersbrunn 1902 e.V. veranstaltete im Klinikum Forchheim zum Frühlingsanfang 2009 für das dortige Krankenhausfernsehen in der kühlen, supermodernen Klinikkapelle- fast ohne andere Menschen für die Kranken, ihre Sonntagsbesucher und das Klinikpersonal ein nur-virtuelles Audio- und Fernsehkonzert mit 11 Frühlings- und volkstümlichen Liedern. Chorleiter Alfred Trautner und der Chor gaben ihr Bestes. Oskar Kawelke moderierte mit einführenden und treffenden Texten, die er ausführlich und informativ ausgearbeitet hatte, die vorgetragenen Liedern.
|
|
|
Für mich als aktiven Mit-Sänger war diese nur virtuelle Veranstaltung ein einmaliges - nicht erfreuliches Erlebnis: Da kam man an einem Sonntag zur besten Tageszeit, rasiert, (frisiert), gebadet, gebürstet, im voller Vereinsmontur, nach schnellstem Mittagsmahl, vorab nochmals auf den richtigen Ton im heimischen Feuerwehr-Haus getrimmt, ins Klinikum Forchheim. Ohne Begrüßung durfte man in einem sterilen Raum ohne Publikum eine stehende Singstunde abhalten. Wahrscheinlich ein Hausmeister teilte mit, er habe Funkmikrofone im Raum verteilt und würde Punkt 14h auch eine Kamera an der Decke aktivieren, damit unsere Töne und Bewegungen bei Verlangen in den Krankenzimmern gehört und angeguckt werden könnten. Es war für mich mehr als gewöhnungsbedürftig- ohne feed-back- in einem öffentlichen Auftritt, leere Bänke ansingen zu müssen und auch nicht zu wissen, ob überhaupt ein Ton und ein Fernsehbild in den Krankenzimmern neben dem laufenden Fernsehangebot sichtbar wurde. Als unsere Darbietung zu Ende war, sagte niemand des Klinikum Forchheim Ade oder gar Danke. Anschließend musste man sich dann irgendwie aus dieser Einrichtung heraus schleichen - jede Gruppe für sich. Im Klinikum Forchheim habe ich, obwohl ich im Eingangsbereich danach suchte, nichts gesehen, was auf unseren Auftritt hinwies.
Letztendlich hatte ich den Eindruck, Verwaltung und Pflegepersonal des Klinikums Forchheim waren heilfroh, daß unsere gemeinnützig ambitionierte Aktivität für ihre Kranken, deren Besucher und das Klinikpersonal zu fast keiner zusätzlichen, unbezahlten Mehrarbeit der Verwaltung führte.
Fazit:
Das Klinikum-Forchheim-Singen des GV Walkersbrunn 1902 e,V. war m.E. –obwohl gut gemeint- nicht erfolgreich, weil die Verwaltung des Klinikums und möglicherweise auch die eigentlichen Adressaten an diesem Auftritt nicht sonderlich interessiert schienen und beim Forchheimauftritt –im Gegensatz zum früheren Altersheimauftritt in Baiersdorf- erscherend hinzukam, daß man auch noch auf jedwede Anwesenheit von Publikum verzichten musste. Virtuelle Auftritte dieser Art sollten daher künftig ausschließlich den Sänger-Profis überlassen bleiben, die mit ihren ggf. kostenlos überlassenen DVDs vielleicht die Zielgruppe alter, kranker oder bresthafter Menschen via Klinikumfernsehen etc. wirksam erreichen können.
Es würde mich freuen, wenn der GV Walkersbrunn künftig wieder verstärkt auf die typischen, tradierten, leistungsbezogenen Sängerveranstaltungen vor anwesendem Publikum setzen, nachvollziehbar erforschen würde, was Jugendliche zu aktivem Mitsingen bringen könnte und was nicht, sowie die freien Teile sängerischer Disponibilität verstärkt für flotte, freudeorientierte Weisen nutzte. Seine virtuellen Auftritte wären ausschließlich den Übungsstunden vorzubehalten.
Jörg-Dietrich Schmidt
|
|